Wie hältst du es mit der Transformation?

Yoga ist Transformation: Nur wie funktioniert das eigentlich?

Das Ziel von Yoga ist Transformation, ganz klar. Aber kann mir mal jemand sagen, wie das funktioniert – ich meine für den ganz normalen Yogi, der gewissenhaft übt, aber halt nicht als Eremit in der Einsamkeit weilt. Sondern mitten im Leben steht und wie alle sein Päckchen zu tragen hat. Denn wer kann schon von sich behaupten, wie ein Heiliger zu leben?

Zurück zur Transformation. In der yogischen Philosophie wird sie als spiritueller Wandel mit dem Ziel von Samadhi angestrebt, dem Einswerden von Erkennendem, Erkenntnis und Erkanntem. Es findet ein Erwachen statt – entweder im Rahmen von Meditation und spirituellen Praktiken oder durch Spontanereignisse, die oft auch als Nahtoderfahrungen beschrieben werden.

Transformation findet im Hier und Jetzt statt

Wenn man ein bisschen über Transformation forscht, stoßt man schnell auf Eckhart Tolle, der nach einer Sinnkrise im Alter von 29 Jahren „erwacht“ ist und weltweit als spiritueller Lehrer anerkannt wird. Auf seiner Website spricht er von Transformation, die seine alte Identität ausgelöscht und zu einer grundlegenden Wandlung seines Lebens geführt habe – siehe www.eckharttolle.de.

Eckhart Tolle holt die Transformation aus der unerreichbaren spirituellen Höhe ins Jetzt – von ihm stammt dieses Zitat: „Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst. Du findest dich selber, indem du in die Gegenwart kommst.“ (Tolle, „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“, Bielefeld 2000, S. 102). Das Buch, aus dem das Zitat stammt, wurde übrigens ein Bestseller in Millionenauflage, erhältlich in 35 Sprachen.

Transformation findet also statt, wenn wir uns auf die Gegenwart besinnen? Damit sind wir auf jeden Fall wieder beim Yoga: Im Yoga üben wir schließlich dieses „im Hier und Jetzt sein“, und auch mein Lehrer sagt immer wieder, wenn wir uns wirklich tief auf die Asana einlassen und physisch alle Kraft daran setzen, sie richtig auszuüben, dann kann Transformation stattfinden. Und dies ist tatsächlich zu spüren, wenn man eine regelmäßige Übungspraxis pflegt.

Und vielleicht ist es ja so: Dem einen fällt es leichter, über den Körper ins Hier und Jetzt zu finden, nämlich indem er Asana übt. Jeden Tag aufs Neue. Transformation blitzt immer dann auf, wenn alle Gedanken sich auf die Haltung richten. Das Ergebnis ist ein Gefühl tiefster Zufriedenheit und Einheit – oft besonders gut erlebbar in Savasana – in der Entspannung am Ende einer Yogasession.

Der andere braucht nicht so sehr den Körper, um in der Gegenwart ganz anzukommen, sondern kann wunderbar sitzen, meditieren und alle Gedanken ziehen lassen – an das, was vorausgegangen ist und an das, was noch kommen mag. Dann stellen sich oftmals Transformationsblitze ein.

Transformation ist wie ein Blitz: ein kurzer Augenblick der Erleuchtung

Vielleicht müssen wir uns mit diesen kurzen Augenblicken der Erleuchtung zufrieden geben, und genau diese vertiefen, indem wir weiter üben – egal wie: Transformation ist kein Dauerzustand – zumindest nicht für den Alltagsmenschen. Aber es sind Zustände, die wir fördern können, indem wir Yoga praktizieren, meditieren, oder aber uns ganz einer Tätigkeit hingeben, die uns und anderen gut tut und auf die wir uns ganz und gar einlassen können. Dann kommt sie, die Transformation, und schenkt uns ein Stückchen Erleuchtung.

Einen schönen Beitrag dazu habe ich hier gefunden: www.happymindmagazine.de

Bleib im Jetzt, egal, was du tust – sofern es gut ist.

Transformation kann stattfinden, wenn wir uns Gutes tun, aber auch wenn wir anderen Gutes tun, denn auch hier lassen wir uns auf das Jetzt ein – egal, wie es aussieht: z.B. wenn wir Angehörige pflegen, Flüchtlingen helfen, Arme unterstützen, auf Tiere achten, die Natur schützen, etc. Kurzum, wenn wir uns mit ganzem Herzen für eine gute Sache einsetzen. Ganz wichtig dabei ist, um es mit Tolle zu sagen: „Wo immer du bist, sei total gegenwärtig“ (Tolle, „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“, Bielefeld 2000, S. 93).

Mehr zum Thema findest du in diesem Blogbeitrag: wie yoga wirkt

 

 

Schreibe einen Kommentar