Über Mut & Menschlichkeit – und über Wut

The Lovers Academy: 28.11.2018 — Salon Mondaine #24 “Courage — Mut & Menschlichkeit” München

Es war ein ganz besonderes Event in München, organisiert von Yasmine Orth und ihrem Team: der Salon Mondaine #24 “Courage — Mut & Menschlichkeit” in München. Die Organisatorinnen nennen sich „THE LOVERS“ und es geht ihnen um eine Gesellschaft in Balance. THE LOVERS ist all dies: Agentur, Academy, Space, Shop und gemeinnütziger Verein, und richtet sich ausnahmslos an Frauen, die sich für diese Themen interessieren: Mut & Menschlichkeit, Chancengleichheit, mehr Liebe und Aufrichtigkeit in unserer Gesellschaft. Mit den Salons Mondaines möchte die Initiatorin Yasmine Orth diesen Frauen einen geschützten Raum bieten, zu Austausch und Diskussion anregen und Impulse für ein nachhaltigeres Leben setzen. Mehr über THE LOVERS erfahrt ihr unter the-lovers.net/the-lovers/

Unsere Gesellschaft braucht Frauen mit Mut – in jeder Hinsicht

Auf dem Podium saßen Gabriela Bozic, Yogalehrerin, Elisabeth Furtwängler, Vorstand MaLisa Stiftung und Musikerin, und Mirjam Smend, Journalistin und Initiatorin von my-GREENstyle.com. Den Abend moderierten die Journalistin Andrea Thilo und natürlich Yasmine Orth von THE LOVERS. Sie alle tauschten sich über das Thema des Abends aus und obwohl man bzw. frau sich ziemlich einig war, wurde daraus eine rege Diskussion, in die sich zahlreiche Teilnehmerinnen aus dem Plenum eingebracht haben. Diskutiert wurde u.a. welche Formen von Mut & Menschlichkeit es geben kann, was das mit unserer Prägung als Frauen zu tun hat und wie man sich davon lösen kann. Welche Vorbilder haben wir und welchen Einfluss haben sie auf unseren Lebensweg? Was braucht es, um in unserer Gesellschaft etwas zu bewegen, einen Schritt weiter zu gehen in Richtung Menschlichkeit und Liebe?

 

THE LOVERS in München
Mut & Menschlichkeit wurden im Salon Mondaine von THE LOVERS diskutiert

Es kostet sehr viel Mut, aufrichtig nach innen zu schauen und wahrzunehmen, was da ist

Viele Punkte wurden angesprochen, denn das Thema Mut & Menschlichkeit bewegt. Mut kann sehr, sehr unterschiedlich definiert werden. Was für die eine mutig ist, ist für die andere „kein Ding“ und umgekehrt. So kann als ein Fazit der Diskussion gelten: Jede muss für sich die eigenen Reizthemen finden und sich damit auseinander setzen – in welcher Form auch immer. Aber der aufrichtige Blick nach innen kostet Mut und Ausdauer – denn er stößt einen Prozess an. Dieser Prozess kann heilsam sein und eine Veränderung bewirken. Und wie Ghandi schon sagte: Veränderung in der Welt kann nur stattfinden, wenn man sie zuerst bei sich selbst zulässt.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“ – Mahatma Gandhi

Was braucht es noch, um unsere Welt menschlicher zu machen, etwas zu bewirken, sie positiv zu verändern? Kleine Schritte sind ein Anfang. Und vielleicht für so manche auch alles, was möglich ist. Aber immerhin! Das freundliche Wort gegenüber der Supermarkt-Kassiererin, hin und wieder eine kleine Spende an Bedürftige, Achtsamkeit unseren Nächsten gegenüber – das sind Beispiele, die jede für sich anwenden kann. Und wenn da noch Kapazitäten sind, sehr gern – es gibt genug Gelegenheit Gutes zu tun. Alles, was unsere Welt besser macht, ist hilfreich, denn dadurch senden wir Signale aus, die zurückkommen – irgendwo, irgendwann. Und sie nähren unsere Seele.

Wie hängen Wut und Mut zusammen?

In diesem Zusammenhang kam natürlich auch die Wut als Thema ins Spiel – Wut über die Ungleichheit in unserer Welt – im privaten wie im öffentlichen Raum. Denn Wut hat durchaus seine Berechtigung und darf geschehen. Auch wenn die meisten der Gedanken weiter oben auf die Männerwelt übertragen werden können, ist das beim Thema Wut etwas anderes: Frauen wurde die Wut lange verwehrt – galten sie doch schnell als hysterisch und stets als hübsches Anschauungsobjekt – da passt die Wut nicht dazu. In der Vergangenheit wurde die Wut von uns Frauen pathologisiert und wir mit der Zeit haben wir verinnerlicht, sie zu verdrängen. Damit muss Schluss sein: Es gilt, die eigene Wut zu erforschen, zu schauen, woher sie kommt und sie zu kanalisieren – in Form von Aktivismus, in Form von Kommunikation, in Form von Meditation. Unser aller Ziel sollte sein, glücklich leben zu dürfen – mit unseren Dämonen, die wir alle haben – und uns für ein offeneres und gleichberechtigtes Miteinander einzusetzen.

Eine Studie, die nachhaltigen Eindruck macht

Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist die Studie, die im Auftrag der Marisa Stiftung durchgeführt wurde. Das Thema: Geschlechterdarstellung im deutschen TV und Film. Die Ergebnisse der Studie zeigen das Auseinanderklaffen von Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Gender und Diversity: Im Schnitt kommen quer durch die Programme auf zwei Männer nur eine Frau. Außerdem sind die Frauen nicht nur unterrepräsentiert, sondern in Rollenklischees verhaftet – sie agieren meist als Teil einer Paarbeziehung. Wirklich schockierend ist, dass bei Fantasy-Kindersendungen das Verhältnis noch schlechter ist: Männliche Charaktere kommen neunmal so häufig vor wie weibliche Charaktere. Und diese Sendungen prägen unseren Nachwuchs!

Meditation ist ein wirkungsvolles Instrument: Würde jeder Mensch meditieren, gäbe es keine Kriege mehr

Auch beim Thema Wut ist die Diskussion der Teilnehmerinnen bei der Innenschau gelandet und die Moderatorin hat ein schönes Zitat in den Raum geworfen: Würde jeder Mensch meditieren, gäbe es keine Kriege mehr. Eine Utopie? Vielleicht. Aber für sich selbst kann aus der Utopie gelebte Realität werden. Meditation ist heilsam – für den Körper wie für den Geist. Es erfordert Disziplin, ja, aber der Nutzen ist immens. Eine kurze Demonstration hat uns an diesem Abend die Yogalehrerin Annette Söhnlein gegeben – sehr schön und unkompliziert – ohne viel Chichi. Auf diese Weise durften alle Teilnehmerinnen Verbundenheit spüren – ganz simpel über den Atem. Auftakt und Abschluss der Veranstaltung bildete die musikalische Darbietung von Marisa de Stefanow-Plegge, ein wunderschöner Ohrenschmaus. Auch der Ort des Salons war perfekt gewählt – das Hearthouse in München. Ein rundes Ganzes, diese Veranstaltung – vielen Dank dafür!

Fotos: Ute Freundl

Quellen: the-lovers.net, malisastiftung.org, mahatma-gandhi-zitate

2 Gedanken zu „Über Mut & Menschlichkeit – und über Wut“

  1. Ich finde nicht, dass man Mut braucht, um in sich hineinzuhören. Viel schwieriger ist es, den Mut zu haben, selbstbewusst weiterzumachen, nachdem man in sich hineingehört hat.

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    • Danke für das Feedback, liebe Christl. Aber ich glaube schon, dass so manch einer oder eine Mut aufbringen muss, um wirklich und ehrlich nach innen zu schauen. Wegschauen ist so viel leichter.

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